Protokoll Qualitätszirkel des Hausarztkreises Harburg – Süderelbe vom 15.12.2011
Klaus Stelter berichtet vom diesjährigen Kongress „Update Innere Medizin“
in Wiesbaden. Am 02.12. und 03.12.2011 wurde in kompakter Form aus allen Bereichen der Inneren Medizin berichtet. Daraus das Wichtigste in Kürze. (Wiedergegeben werden nur Thesen, nicht die Diskussion)
Neurologie:
In der Akuttherapie des Apoplex ist ein frühzeitiges CCT in der Klinik von überragender Bedeutung. Ziel ist eine hohe Rate an systemischen Thrombolysen, die erst nach Blutungsausschluss beginnen können. Präklinisch sollen keine Medikamente verabreicht werden und der Patient möglichst telefonisch in der Notfallambulanz/Stroke Unit angemeldet werden.
In der Sekundärprävention des Apoplex wird eine Studie zitiert, nach der nur 50% der INR Werte der zu antikoagulierenden Patienten unter Marcumar dauerhaft im therapeutischen Bereich liegen.
Vorgestellt wird der CHADS-VASC Score, der das Apoplex-Risiko besser abbilden soll als der CHADS.
In der RE-LY Studie wurde die Wirksamkeit von Dabigatran zur Apoplexprophylaxe bei Vorhofflimmern nachgewiesen. Dabigatran eignet sich zur Anwendung vom schlecht einstellbaren oder überhaupt nicht mit Wafarin behandelbaren Patienten.
Intrakranielle arterielle Stenosen werden nicht gestented sondern konservativ behandelt.
Bei Patienten mit Z. n. intrakranieller Hirnblutung können Statine das Blutungsrisiko erhöhen.
Moderater Alkoholkonsum (0,2 g Männer, 0,1 g Frauen/Tag) schützt vor Apoplex und vor KHK. Rauchen schädigt auch kognitive Fähigkeiten.
Statine haben keinen Einfluss auf den Verlauf des Morbus Alzheimer.
Bei Verdacht auf dementielles Syndrom ist ein CCT Teil der Basisdiagnostik und deshalb auch vom Hausarzt zu veranlassen.
Angiologie:
Die Intima-Media-Dicke ist kein tauglicher Surrogatparameter für die Vorhersage von vaskulären Ereignissen. Eine entsprechende Studie ist negativ verlaufen.
Auch bei den Angiologen ist Dabigatran im Gespräch. Ein Gerinnungstest steht noch nicht zu Verfügung, wird aber kommen. Die Halbwertszeit ist kurz.
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Rheumatologie:
Es wird der 2010 eingeführte ACR/EULAR Score der rheumatoiden Arthritis vorgestellt. Nachzulesen z. B. unter www.rheuma-online.de.
Das Screening beim Hausarzt soll u. A. BSG, CRP, ANA, CCP-AK, Rheumafaktoren, Ferritin, CK und Transaminasen umfassen. Die Infektserologie soll nicht zum Screening gehören.
Bei rheumatischen Erkrankungen besteht eine hohe Koinzidenz von interstitiellen Lungenerkrankungen und eine hohe kardiovaskuläre Mortalität.
NSAR haben in der Rheumatherapie keinen Stellenwert mehr und sind als reine Schmerzmittel zu betrachten.
In der Therapie der Polymyalgia Rheumatika wird empfohlen, mit nicht mehr als 15 mg Prednisolon pro Tag zu beginnen. Nach einer Woche reduziert man auf 12,5 mg, dies für 2 Wochen. Danach 8 Wochen lang 10 mg. Danach wird je nach BSG / CRP um jeweils 1 mg/Monat reduziert. Von einer höheren Dosis wird abgeraten, da andere Erkrankungen verschleiert werden, der Verlauf verlängert ist und das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse steigt. Bei einer zu erwartenden Therapiedauer von 1 Jahr soll MTX gegeben werden.
Der Bericht soll beim nächsten Mal fortgesetzt werden.
(In Anschluss folgte die Jahreshauptversammlung des HKHS.)
Protokoll: Dr. Klaus Stelter
Hausarztkreis Harburg und Süderelbe e.V.