Protokoll des Qualitätszirkels Harburg 2
Datum: 07.07.05 Autor:
Stelter

Ort und Termin: Hotel Lindner - 07.07.2005 - 20.00 Uhr - 22.00 Uhr

Referent: Dr.B.Dobrinski/Augenarzt

Aktuelles

Die KV Hamburg bestätigt, dass es zur Ziffer 03210 keine obligate ICD - Liste gibt.

Telefonische Anfragen der Kassen und Rücksendungen der Datenbögen in Bezug auf DMP häufen sich, sind meist unbegründet.

Die Anschaffung nasschemischer Blutzuckermessgeräte in den Praxen ist nicht vorgeschrieben.

Polioimpfungen bei Erwachsenen mit vollständiger Grundimmunisierung ist in der Regel keine Kassenleistung.

Das rote Auge

Herr Dr. B. Dobrinski erläutert anhand von Dias das Vorgehen bei den wichtigsten akuten Augenerkrankungen:

Ein Fremdkörper der Cornea sollte möglichst sofort entfernt werden. Am Samstag gibt es einen Notdienst der Augenärzte von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr, Dienstplan ist zu erfahren im Notdienstbüro der KV. In den übrigen Zeiten muss man sich an die Augenklinik wenden.

Das Hyposphagma ist eine harmlose subkonjunktivale Blutung und muss nicht behandelt werden

Die Iritis (Iridocyclitis / Uveitis) geht mit Sehverschlechterung, mittelstarken Schmerzen und ciliarer Injektion einher. Sie tritt bei jüngeren Patienten, oft im Zusammenhang mit anderen entzündlichen Erkrankungen auf. Die Pupille ist eher eng, sofortige augenärztliche Therapie ist nötig.

Der Zentralvenenverschluss führt zu einseitiger, schmerzloser Reduktion der Sehschärfe oder einem Gesichtsfeldausfall, Veränderungen am äußeren Auge (Stauungsinjektion, konjunktivale Injektion) sind nicht obligat. Die Behandlung der Grundkrankheit ist vordringlich.

Der akute Glaukomanfall tritt gehäuft am Abend auf, macht Visusverschlechterung und mittlere bis starke einseitige Kopf- und Augenschmerzen. Daneben können Oberbauchbeschwerden und Erbrechen bestehen. Wenn die Behandlung nicht innerhalb von 2 - 4 Stunden stattfindet, ist der Sehnerv unrettbar zerstört.

Eine der häufigsten Ursache des "roten Auges" stellt die akute Konjunktivitis dar. Es besteht eine diffuse Hyperämie am Auge, das Sekret ist vermehrt, die Sehkraft ist nicht eingeschränkt und Schmerzen bestehen kaum. Kommt es zu einer ballonartigen Flüssigkeitsansammlung unter der Bindehaut, spricht man von einer Chemosis. Die Behandlung besteht in abschwellenden Augentropfen sowie Gabe von Refobacin Augentropfen 3 x täglich sowie Augensalbe zur Nacht.

Eine akute Ballverletzung des Auges ist bereits durch Anamnese festzustellen. In einem Bildbeispiel findet sich eine Contusio bulbi mit Iriswurzelabriss und charakteristischer Spiegelbildung im unteren Irisbereich.

Die superfiziielle Keratitis macht mittlere bis starke Schmerzen, Verschlechterung des Visus und diffuse Rötung am Auge. Die Hornhautoberfläche sieht stumpf aus. Ursache können Pilze aber auch Viren sein. Die Therapie gehört in die Hand des Augenarztes.

Die Episkleritis ist charakterisiert durch akute Rötung, dumpfen Schmerz und fokal gerötete Areale in nur einem Sektor. Sie ist meist selbstlimitierend, tritt aber rezidivierend auf und hat eine wahrscheinlich autoimmune Ursache.

Eine Clamydieninfektion mit eitrigem Sekret sollte mit Tetracyclin oder Erythromycin über 14 Tage oral behandelt werden.

Eine virale Konkunktivitis wird in der Regel nicht antibiotisch behandelt, ist bis etwa 2 Wochen nach Symptombeginn noch hochkontagiös.

Das trockene Auge geht mit erweiterten Gefäßen von Bindehaut und Lidrand einher, Ursache können viele innere oder äußere Auslöser sein. Die Therapie richtet sich nach der Grunderkrankung.

Als nächster Termin wird der 18.08.2005 angekündigt.

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