Protokoll des Qualitätszirkels Harburg 2
Datum: 20.01.2005 / 20.00 - 22.00 Uhr Autor:
Klaus Stelter

Chronische Kreuzschmerzen - multimodale Konzepte bei Chronikern

Die Sitzung findet dieses Mal in den Räumen des Reha-Zentrums Harburg, Sand 18 - 22, 21073 Hamburg statt.

Der ärztliche Leiter der Einrichtung, Herr Dr. René Toussaint stellt zunächst das Reha-Zentrum vor und schildert seinen Werdegang. Seit Juli 2003 wird in den neuen, 1.900 qm großen Räumen gearbeitet. Das Team besteht aus Ärzten, Physiotherapeuten, Sportlehrern, Ergotherapeuten, Psychologen, Masseuren, Sozialberatern, Ernährungsberatern und anderen.

Der chronische Kreuzschmerz ist gekennzeichnet durch eine langdauernde Schmerzsituation, die häufig zu Ängsten, Rückzug aus Aktivitäten und letztlich auch Arbeitsunfähigkeit des Patienten führt. Wegen der vielfältigen Verflechtungen zwischen Schmerz, sozialer Situation und Arbeitsplatzsituation wird ein multimodaler Ansatz notwendig. Im Reha-Zentrum erfolgt daher keine Monotherapie, meist auch keine weitere Suche nach den Schmerzursachen. Vielmehr wird im Rahmen einer wohnortnahen Rehabilitation ein Übungsprogramm für die Patienten entworfen und durchgeführt. Ziel ist die langfristige vollständige Rehabilitation. Die Arbeitsplatzsituation wird stets berücksichtigt und hier auch konkret in den Übungen zum großen Teil nachgestellt.

Das Reha-Zentrum kann mit allen Kostenträgern abrechnen. Im Wesentlichen gibt es:

1. Heilverfahren für die Rentenversicherungsträger

2. Anschlussheilbehandlung für die Rentenversicherungsträger

3. Ambulante muskuloskelettale Rehabilitation (AMR) für die Krankenkassen

4. Anschluss Rehabilitation für die Krankenkassen

5. Erweiterte ambulante Physiotherapie (EAP) für Private oder Berufsgenossenschaften

6. Reha-Nachsorge

7. Hamburg Vital

Bei letzterer handelt es sich um eine Mitgliedschaft im Zentrum für medizinisches Fitness (Kosten 67,00 € / Monat), wobei bei zusätzlicher Verordnung für Reha-Sport durch den behandelnden Arzt ein Zuschuss von etwa 50% durch die Krankenkassen gezahlt werden kann.

Generell wird der Patient vor Behandlung des in dem Reha-Zentrum ausführlich über alle sozialmedizinischen Aspekte befragt. Herr Dr. Toussaint bietet auch an, die für den jeweiligen Patienten zutreffende Kostenträgerschaft selbst herauszufinden und zu beantragen bzw. bei den Anträgen behilflich zu sein. Dazu ist nach kurzer telefonischer Anmeldung (Tel. 040/766 55 06) der Patient mit evtl. Unterlagen im Reha-Zentrum vorzustellen. Das könnte insofern wichtig werden, als das neue Verfahren zur AMR über Muster 60 und später Muster 61 ganz offensichtlich so kompliziert angelegt ist, damit die Zahl der Kuranträge zurückgeht.

Im anschließenden Rundgang konnten wir uns von den guten Möglichkeiten die hier bestehen, überzeugen.

Als nächster Termin für den Qualitätszirkel II wurde der 17. Februar 2005, 20.00 - 22.00 Uhr festgelegt. Thema soll sein: Geriatrisches Basisassessment im neuen EBM.

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